Deutscher Hörbuchpreis 2019

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Beste Interpretin«

Das literarische Debüt der Erfinderin der TV-Serien Weissensee und Ku'damm 56 / 59 "Dieser Roman kommt genau zur richtigen Zeit." Iris Berben Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie.


Kurzbeschreibung
Dolmetscherin Eva, deren Eltern die Frankfurter Gaststätte „Deutsches Haus” betreiben, steht Anfang der Sechzigerjahre kurz vor ihrer Verlobung. Überraschend wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Gegen den Willen ihrer Familie nimmt Eva den Auftrag an und begleitet den ersten Auschwitz-Prozess. Er öffnet der ahnungslosen jungen Frau nicht nur die Augen für die deutsche, sondern auch für ihre eigene familiäre Vergangenheit.

 

 

Begründung der Preisträgerjury
Diese Entscheidung war glasklar - und die Jury begeistert von Eva Meckbachs Kunst, den verschiedensten Charakteren Leben einzuhauchen, ohne jemals zu dick aufzutragen. In der bewusst etwas angestaubten Sprachwelt der 60er-Jahre geht ihre Stimme perfekt auf. Meckbach holt sich nun verdient den Preis, den ihr die Jury fast schon vor zwei Jahren gegeben hätte. Bei der damals nominierten Interpretation gab es noch ein wenig Luft nach oben. Die hat Eva Meckbach jetzt komplett ausgefüllt!

Begründung der Nominierungsjury
Eva Meckbach gelingt es, den emanzipatorischen Prozess der Protagonistin stimmlich präsent darzustellen. Gutbürgerlich naiv, dann fragend und zweifelnd und schließlich selbstbewusst agierend, baut Hess ihre Romanfigur Eva Bruhns auf. Meckbach trifft dank ihres breiten Repertoires stimmlicher Nuancen den überzeugenden Ton und lässt den Zuhörer empathisch am Geschehen teilhaben. Ebenso herausragend ihr Sprechertalent, den weiteren Romanfiguren eine stimmhafte Seele zu schenken. Ein wichtiges Buch in dieser Zeit, interpretiert von einer (preis-)würdigen Interpretin.

 

 

Eva Meckbach wurde 2006 direkt nach ihrem Schauspielstudium als festes Ensemblemitglied an der Schaubühne Berlin aufgenommen. Darüber hinaus ist sie im Fernsehen zu sehen, beispielsweise im Tatort oder in Filmen wie Was bleibt und Wunschkinder. Als Sprecherin war sie an verschiedenen Rundfunk- und Hörbuchproduktionen beteiligt, unter anderem bei Jane Gardams Die Leute von Privilege Hill oder Hillary Jordans Mudbound. Für die Lesung des Hörbuchs Aquarium von David Vann wurde sie bereits 2017 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert.

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Bester Interpret«

Ausgezeichnet mit dem Nobelpreis für Literatur 2017 Seit Jahrzehnten dient Stevens als Butler auf Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Er hat sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn gestellt, niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Jetzt bricht er zum ersten Mal aus seiner gewohnten Welt aus, um seine ehemalige Kollegin, Miss Kenton, in Cornwall zu besuchen. Die Fahrt wird für Stevens zu einer Reise in die Vergangenheit und schließlich auch zu einer Reise zu sich selbst.


Kurzbeschreibung
Seit Jahrzehnten lebt und arbeitet Butler Stevens auf dem englischen Landsitz Darlington Hall. Pflichtbewusst und verschwiegen diente er einem Lord, der in die Politik zwischen den Weltkriegen verstrickt war. Nach dem Tod seines langjährigen Herrn reist Stevens zu einer ehemaligen Kollegin, die er nach Darlington Hall zurückholen möchte. Auf dieser Fahrt wird ihm schmerzlich bewusst, was er in seinem Leben durch Selbstverleugnung versäumt hat.

 

 

Begründung der Preisträgerjury
Butler Stevens ist eins mit seinem Beruf; Charakter und Aufgabe sind kaum mehr zu trennen. Gert Heidenreich nimmt sich dieser erzählerischen Herausforderung der Figur konsequent und virtuos an und findet für die Loyalität und die diskrete Distanziertheit einen unaufdringlichen und dennoch mitreißenden Ton. Er verschmilzt stimmlich mit dem Erzähler, ohne ihm zu verfallen - lakonisch und diszipliniert macht er die Tragik des Butlers und zugleich die Aktualität des Textes hörbar und verständlich.

Begründung der Nominierungsjury
Gert Heidenreich gelingt schon nach wenigen Worten eine verblüffende Metamorphose: Er hat sich in den Butler Stevens verwandelt, dessen Lebensbilanz man gefesselt folgt. Wie der Schauspieler mit sparsamsten Mitteln den Protagonisten plastisch vor uns erstehen lässt, wie hinter den sorgsam gezirkelten Worten die Atmosphäre des Romans, seine Melancholie, eine ganze Seelenlandschaft hörbar wird, zeugt von höchster Kultiviertheit und immensem Vermögen des Interpreten.

 

 

Gert Heidenreich, geboren 1944 in Eberswalde, lebt als freier Schriftsteller und Sprecher in der Nähe von München. Sein Werk umfasst Romane, Theaterstücke, Essays und Lyrikbände sowie Übersetzungen englischer und amerikanischer Dramen. Für seine Arbeit als Drehbuchautor wurde er bereits mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Heidenreich ist Mitglied des PEN-Zentrums und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Der „sprechende Schriftsteller” ist seit 1972 in zahlreichen Literatursendungen und Hörbuchproduktionen zu hören. Darunter finden sich Lesungen von Romanen von J.R.R. Tolkien, F. Scott Fitzgerald, Umberto Eco, Martin Suter und den Literaturnobelpreisträgern Hermann Hesse, Patrick Modiano, Mo Yan und Kazuo Ishiguro.

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Bestes Sachhörbuch«

"Mach ma a Revolution, damit a Ruah is!" Oskar Maria Graf Am 7. November 1918 wurde Revolution gemacht in München, Kaserne um Kaserne musste die rote Flagge hissen, bis die Wittelsbacher endlich zugunsten der Republik gestürzt waren. Dass der Freistaat Bayern, der von konservativen Kreisen so stolz im Munde getragen wird, ausgerechnet von dem Sozialisten Kurt Eisner ausgerufen wurde, wird hierzulande gerne unter den Tisch gekehrt, ebenso wie das blutige Ende der Münchner Räterepublik.


Kurzbeschreibung
Am 7. November 1918 wurden die Wittelsbacher gestürzt, und ausgerechnet der Sozialist Kurt Eisner rief den Freistaat Bayern aus, den konservative Kreise so stolz im Munde führen. Doch die friedliche Staatsrevolution, die sich in nur einer Nacht vollzog, nahm in der Münchner Räterepublik ein blutiges Ende. Mit musikalischen und szenischen Mitteln erzählt Hans Well, ehemals einer der drei „Biermösl Blosn”, von den Ursprüngen des „Roten Bayern”.

 

 

Begründung der Preisträgerjury
Revolution in Bayern! Die Geschichte der Gründung des Freistaates und der Räterepublik als Hörspiel - kenntnisreich und witzig, klug und gewürzt mit bitterbösem Humor. Familie Well und ihre Mitstreiter beleuchten eine zentrale Episode der bayerischen Geschichte, die offiziell oft als Randnotiz behandelt wird. Egal ob zeitgenössische Quellen zitiert, historische Momente nachgespielt oder hintergründige Lieder angestimmt werden: Wissensvermittlung war selten so unterhaltsam.

Begründung der Nominierungsjury
„Rotes Bayern” ist Feature, Hörspiel und  Revue in einem. Hier wird Geschichte zum Klingen gebracht. Eine Museumsführung dient als Rahmenhandlung und kommentiert höchst ironisch den Blick der Nachwelt auf die Räterepublik. Hörspielszenen, Zitate bekannter Zeitgenossen und eine kabarettistische Untermalung durch Musik sind gekonnt miteinander verwoben und geben dem Zuhörer das Gefühl, an den Münchner Ereignissen teilzuhaben. Das Feature belehrt nicht, sondern erzählt, kommentiert und unterhält.

 

 

Hans Well, geboren am 1. Mai 1953, wuchs als Neuntes von 15 Kindern auf. Mit 24 Jahren wurde er schlagartig berüchtigt durch seine Umtextung der Bayernhymne in: "Gott mit Dir Du Land der BayWa". Mit durchschlagendem Erfolg: Danach wurde die Biermösl Blosn 20 Jahre lang aus dem BR verbannt. Nach 35 ziemlich erfolgreichen Jahren als Autor und Kopf der Biermösl Blosn verdammte ihn das Schicksal schließlich zur nächsten Familienbande mit den „Wellbappn”, an deren Existenz er teils mitschuldig ist. Ebenso beteiligt an deren Entstehung: Sabeeka Gangjee-Well, geboren am 1. Mai 1968 und aufgewachsen in Calcutta, ohne deren Struktur, Recherchefreudigkeit und Organisationstalent diese CD nie und nimmer was geworden wäre. Ohne sie geht gar nix!

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Bestes Hörspiel«

Unterleuten erwacht zum Leben: der Bestseller jetzt als Hörspiel Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick darauf wirft, ist bezaubert von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtige aus Berlin gerne kaufen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden.


Kurzbeschreibung
Alteingesessene, Großstadtflüchtlinge und Naturschützer bilden die Gemeinschaft von „Unterleuten”, einem fiktiven Dorf im westlichen Brandenburg. Im komplexen sozialen Geflecht brechen alte Wunden und schwelende Konflikte auf, als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will. Mit ihrem multiperspektivisch angelegten Dorf- und Kriminalroman seziert Juli Zeh die (ost)deutsche Gesellschaft nach der Wende.

 

 

Begründung der Preisträgerjury
Judith Lorentz ist zweierlei hervorragend gelungen: Sie ist ein großes Wagnis eingegangen, indem sie sich von der starken literarischen Vorlage gelöst und nur auf die Figuren gesetzt hat. Auf diese Weise konnte sie derart eindringliche Typen gestalten, dass wir sagen müssen: Wir sind alle Unterleuten! Und: Wir sind in Unterleuten. Dies ist ihrer Regie geschuldet, die einem Ensemble von meisterlichen Sprecherinnen und Sprechern einen faszinierenden Raum schafft. Ein Hör-Spiel im besten Sinne!

Begründung der Nominierungsjury
In der sechsteiligen Bearbeitung der Regisseurin Judith Lorentz wird Juli Zehs Roman „Unterleuten” zu einem radiophonen Ereignis, indem es die Vielschichtigkeit der Gesellschaft eines Dorfes in Brandenburg mit einem spielfreudigen Ensemble dialogisch aufbereitet und ohne Erzähler auskommt. Durch die teilweise „on location” aufgenommenen Figuren wird die Erzählweise plastisch und lebendig und durch das Sounddesign und die Komposition von Lutz Glandien tiefenscharf.

 

 

Judith Lorentz, geboren 1974 in Berlin, studierte Germanistik und Spanisch in Berlin, Freiburg, Madrid und Buenos Aires. 2003 bis 2005 absolvierte sie beim Südwestrundfunk ein Regie-Volontariat. Sie lebt als Regisseurin und Bearbeiterin in Berlin und hat mehr als einhundert Hörspiele inszeniert. Preisgekrönt wurden zum Beispiel ihre Version von Krieg der Knöpfe (Deutscher Hörbuchpreis 2009), ihre Produktion von Laila Stielers Ick bin nu mal Friseuse (Zonser Hörspielpreis 2012), Peter Jacobis Tyrannosaurus Max (Deutscher Kinderhörspielpreis 2014) und Sabine Ludwigs Als nicht nur Opas Knie verschwand (MDR-Kinderhörspielpreis 2018). Judith Lorentz inszeniert auch Live-Hörspiele auf der Bühne, zuletzt Schalltot oder lebendig von Hermann Bohlen (NDR/SWR 2016) im ZKM Karlsruhe.

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Bestes Kinderhörbuch«

Kannawoniwasein! Da fährt Finn zum ersten Mal alleine mit dem Zug nach Berlin - und wird prompt beklaut. Zu allem Übel schmeißt ihn dann noch der Schaffner raus, mitten im Nirgendwo. Aber so lernt Finn Jola kennen, die immer einen flotten Spruch draufhat und weiß, wie man auf eigene Faust in die "Tzitti" kommt. Eine abenteuerliche Reise durch die Walachei beginnt, auf der die beiden einen Traktor kapern, im Wald übernachten, einem echten Wolf begegnen, Finns Rucksack zurückerobern - und richtig dicke Freunde werden.


Kurzbeschreibung
Ausgerechnet auf seiner ersten Bahnfahrt alleine nach Berlin wird Finn beklaut. Weil ihn dann auch noch der Schaffner rauswirft, lernt er die mutige Jola kennen, die wie er in die „Tzitti” will. Auf ihrer gemeinsamen Reise kapern sie einen Traktor, übernachten im Wald und holen sich Finns Rucksack zurück. Vor allem aber schließen sie Freundschaft.

 

 

Begründung der Kinderjury der Stadtbüchereien Düsseldorf
Stefan Kaminskis Stimme hört sich echt und ausdrucksstark an. Er weiß genau, wie man Gefühle und Stimmungen zeigt, man hört einfach nur zu und hat tolle Bilder im Kopf. Er kann auch super verschiedene Personen und Geräusche imitieren. Dazu benutzt er nur seine Stimme. Die Geschichte ist ein total mitreißendes und fröhliches Abenteuer und sogar für Familien mit Vätern geeignet, die ansonsten im Auto eigentlich überhaupt nicht gerne ein Hörbuch anhören.

Begründung der Nominierungsjury
Erzählt wird ein mitreißendes Abenteuer. Das Sicherheitsnetz elterlicher Fürsorge ist heute überall eng-maschig geknüpft. Aber die beiden durch alle Maschen geschlüpften Kinder beweisen Klugheit, Mut, Fantasie, geradezu überbordenden Einfallsreichtum und Mutterwitz bei der Bewältigung der Schwierigkeiten. Stefan Kaminski liefert Berliner Schnauze vom Feinsten, Spannung und rasante Dialoge lassen das Hörbuch Lebensfreude versprühen. Insgesamt eine Ermunterung, sich selbst nicht zu unterschätzen.

 

 

Stefan Kaminski, 1974 geboren, schloss sein Studium an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch” ab. 1996 begann seine Laufbahn als Sprecher und Schauspieler. Dank seiner enorm wandelbaren Stimme gilt er als Meister des „Stimm-Morphings”. Seine Lesungen und Live-Shows avancieren oft zu Ein-Mann-Hörspielen der Extraklasse. Für seine Hörbuch- und Hörspielproduktionen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem Deutschen Hörbuchpreis 2017 (für die Lesung von Ute Krauses Kinderbuch Im Labyrinth der Lügen) und mit dem Jahrespreis der hr2-Hörbuchbestenliste 2018 (Kinder- und Jugendhörbuch).

Deutscher Hörbuchpreis 2019 in der Kategorie »Beste Unterhaltung«

"Wenn Timur Vermes' Erstlingswerk ER IST WIEDER DA böse, realistisch und komisch ist, so ist sein zweiter Geniestreich böser, realistischer und komischer." CHRISTOPH MARIA HERBST Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod. Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht,


Kurzbeschreibung
Nachdem Deutschland eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt hat, entstehen in Afrika riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten. Dorthin kommt die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch mit ihrem Filmteam, um täglich nach Berlin zu berichten. Ein junger Mann nutzt die einmalige Gelegenheit: Begleitet von Nadeche bricht er mit 150.000 anderen Flüchtlingen zu Fuß nach Europa auf und verursacht ein gigantisches Medienspektakel, das die deutsche Regierung in helle Aufregung versetzt.

 

 

Begründung der Preisträgerjury
Mit absolut bestechender Virtuosität und Vitalität erweckt Christoph Maria Herbst die Figuren dieser Geschichte zum Leben. Man verfällt seinem Sog, fiebert mit und hofft auf kein Ende. Blitzschnell wechselt er Dialekt und Stimmfärbung, hat Bass wie Sopran, Schwäbisch wie Bayrisch und noch vieles mehr in seinem schier unendlichen Repertoire. Die 555 Minuten dieser schrecklich aktuellen Gesellschaftssatire vergehen wie im Flug. Das ist „Beste Unterhaltung” par excellence.

Begründung der Nominierungsjury
Christoph Maria Herbst lotet einen hochaktuellen politisch-satirischen Text in all seinen Dimensionen aus und zeigt, dass ein Hörbuch mehr sein kann als ein vorgelesener Text. Er akzentuiert punktgenau, ist boshaft, satirisch, traurig und ernst genau in der richtigen Dosierung. Damit wird er den verschiedenen Ebenen der Romanvorlage in jeder Hinsicht gerecht und schafft ein Hörerlebnis, das gleichermaßen nachdenklich macht und unterhält.

 

 

Christoph Maria Herbsts Titelrolle als unerträglicher Abteilungsleiter einer Versicherung in der TV-Serie Stromberg brachte dem Schauspieler seinen größten Erfolg sowie diverse Auszeichnungen ein, u.a. den Bayerischen Fernsehpreis, Adolf-Grimme-Preis, Deutschen Fernsehpreis und mehrere deutsche Comedy-Preise. Als Ausnahme-Hörbuchsprecher blickt er bereits auf zahlreiche Produktionen zurück, die allesamt Hörbuch-Bestseller wurden. Für die Lesung von Timur Vermes‘ erstem Roman Er ist wieder da war Christoph Maria Herbst für den Deutschen Hörbuchpreis 2013 in der Kategorie „Das besondere Hörbuch / Beste Unterhaltung”  nominiert.